Spanische Auslandsimmobilien im Familienbesitz

Die Finca in Spanien ist das Ziel vieler, die zum Beispiel auf Mallorca oder Ibiza regelmäßig Urlaub machen. Sich als Familie eine solche Immobilie anzuschaffen, ist also gar keine so dumme Überlegung – immerhin kann jeder Urlaub machen, wann immer es geht, und zwar zu relativ geringen Kosten. Die spanische Immobilie im Familienbesitz hat jedoch nicht nur Vorteile; sie kann auch Probleme bereiten. Solange alle finanziellen und damit eigentumsrechtlichen Verhältnisse geklärt sind und sich alle Familienmitglieder gut verstehen, ist alles eitel Sonnenschein. Zusammen oder einzeln, einmal mit der ganzen Familie, einmal nur mit Freunden wird die Immobilie fleißig genutzt. Doch schon die Diskussion über die Fragen, wer zu welchem Zeitpunkt nach Spanien reist, kann zu Streitigkeiten führen. Sind dann zum Beispiel die Eltern Besitzer der Immobilie, können sie sich ein Mitspracherecht über mitgereiste Personen auserbeten und den Kindern den Urlaub mit den Freunden vermiesen. Bis man sich versieht, führt ein solcher Streit zum Entzweien der Familie und die Finca auf Mallorca ist nicht mehr halb so schön, wie sie beim Kauf einmal geplant war.

Erbrechte beachten!

So, wie beim Tod eines Menschen seine Immobilien in Deutschland in den Nachlass fallen, so werden die Besitzer einst auch ihre Fincas in Spanien vererben. Bisher gab es auch keinen Unterschied in Bezug auf den Standort einer Immobilie, wenn es um die Erbschaft ging. War ein rechtsgültiges Testament vorhanden, kam das deutsche Erbrecht zur Anwendung, ebenso, wenn der Nachlass gesetzlich geregelt wurde und einfach die nächsten Verwandten die Erbschaft antraten. Durch eine Änderung im EU Erbrecht wird dies aber ab spätestens 2015 anders aussehen. Ist bisher ohne Testament ein Ehepartner zumindest zu 50 Prozent erbberechtigt, bleibt ihm nach dem Ableben des Partners unter Umständen nur ein Wohnrecht, während die Kinder die alleinigen Erben sind. Beispiel: Ein Mann, der sich mit seiner Ehefrau eine Altersresidenz in Spanien kauft, muss diese Immobilie per Testament vererben, da die Frau sonst nicht automatisch Eigentümerin wird, wenn der Ehemann stirbt. Fehlt ein beglaubigtes Testament, wird nach neuem Erbrecht verfahren und die Frau benachteiligt. Spanische Immobilien im Familienbesitz können eine Freude sein, wenn sich die Familie einig ist und alle rechtlichen Dinge auch über den Tod hinaus geklärt sind.

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